Unser Dorf

Die ehemals selbständige Gemeinde Groß Schulzendorf ist seit dem 26. Oktober 2003 ein Ortsteil von Ludwigsfelde, einer Stadt im Brandenburger Landkreis Teltow-Fläming. Das Dorf liegt acht Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Ludwigsfelde und etwa 30 Kilometer südlich von Berlin. Der Ort hatte im Jahre 2012 549 Einwohner.

Geografie

Groß Schulzendorf gehört geologisch zur Hochfläche des Teltow und liegt auf einer Höhe von etwa 44 m nahe dem als Ausflugsziel beliebten Rangsdorfer See. 2007 entstand der Groß Schulzendorfer Rundweg in Zusammenarbeit mit dem Nachbarort Glienick. Der Rundweg ergänzt den in Glienick beginnenden Weinberg Rundweg.

Geschichte

Der Ort wurde 1346 als Schultendorf erstmals erwähnt, 1430 wurde es Scholtendorf geschrieben. Es gehörte dann als Schulzendorf zum Amt Zossen. Nach der Zusammenlegung der Ämter Zossen und Trebbin 1816 zum Landkreis Teltow wurde der Ort zur Unterscheidung zu anderen Orten gleichen Namens im Kreis Schulzendorf an der Wiese oder Groß Schulzendorf genannt.

In mehreren Quellen wird die erste schriftliche Erwähnung von Groß Schulzendorf auf das Jahr 1346 datiert. Im Historischen Ortslexikon für Brandenburg, Teil IV: Teltow (1976), S. 270 - 271 wird unter Punkt 4 die Bistumsmatrikel nach der älteren Edition von Otto Posse von 1881 zitiert, der die zeitweise verschollene Originalhandschrift nicht kannte und die Matrikel fälschlich auf 1346 datierte. Sicher liegen der Matrikel von 1495 ältere Versionen zugrunde. Ein sicheres Datum für eine schriftliche Erwähnung von Groß Schulzendorf vor 1495 lässt sich daraus aber nicht entnehmen. Sicher datiert ist der zweite Beleg im Historischen Ortslexikon von 1430. Die entsprechende Urkunde vom 8. September 1430 über die Stiftung von zwei Altären in der Pfarrkirche von Zossen ist im Codex Diplomaticus Brandenburgensis, 1. Hauptteil, Bd. 24, Berlin 1863, S. 419 - 421, nach einer neuzeitlichen Abschrift ediert. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung von Groß Schulzendorf datiert somit auf den 8. September 1430.

Die Landgemeinde hatte um 1800 etwa 150, um 1910 knapp 600 Einwohner.

Zur brandenburgischen Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 kam die Gemeinde Groß Schulzendorf als elfter Ortsteil mit etwa 530 Einwohnern zur Stadt Ludwigsfelde. Auf Grund eines Neubaugebietes erhöht sich die Einwohnerzahl wieder.

Von 1911 bis 1939 besaß die Familie des jüdischen Kaufhauskonzerns Wertheim das Jagdschloss Heidehof, das sie bei ihrer Ausreise aus Deutschland ohne Entschädigung aufgeben mussten. Danach wechselte die Nutzung häufig. Nach der Rückübertragung an die Wertheim-Erben 1996 kaufte der Landkreis Teltow-Fläming das Gebäude und richtete dort die Förderschule für geistig behinderte Kinder Schule am Wald ein. Von 1939 bis zum Ende der Zeit des Nationalsozialismus bestand hier die Reichsführerschule des Deutschen Roten Kreuzes.

Sehenswürdigkeiten

Auf dem Dorfanger steht auf um 1300 von Flamen errichteten Fundamenten die ursprünglich rechteckige Dorfkirche, die 1896 in eine Kreuzanlage umgebaut wurde und seit 2007 restauriert wird. Der Turmanbau stammt aus dem 18. Jahrhundert, die vom Glockengießer Heintze gefertigte Glocke trägt die Jahreszahl 1773, die Wetterfahne 1744.

Sonstiges

  • Die Freiwillige Feuerwehr Groß Schulzendorf besteht seit 1908 und gehört seit 2003 zur Freiwilligen Feuerwehr Ludwigsfelde
  • Der Künstler Walter Schulze-Mittendorf hatte während der Zeit des Zweiten Weltkrieges ein Atelier in Groß-Schulzendorf.

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